Freie Bahn für Igel, Eichhörnchen & Co.

Die Stadt bietet Wildtieren in durchgrünten Wohnquartieren und Grünflächen geeigneten Lebensraum, stellt Igel & Co. aber auch vor Schwierigkeiten: Fehlende Grünkorridore und Barrieren wie Mauern, Zäune und Treppen erschweren oder versperren ihnen den Zugang zu geeigneten urbanen Lebensräumen.

Zu Umwegen gezwungen, halten sich Wildtiere länger in gefährlichen Bereichen wie Strassen auf und verlieren wertvolle Zeit für die Nahrungssuche.  Um diesen Problemen entgegenzuwirken, wurde im Projekt «Freie Bahn für Igel, Eichhörnchen & Co.» die St.Galler Stadtbevölkerung aufgerufen, die Stadt für Wildtiere besser zu vernetzen und im Citizen Science Projekt mitzuhelfen, um Barrieren, Kleinstrukturen, Durchgänge und Umwege zu kartieren. Ergänzend zum Citizen Science-Projekt wurde ein Schulprojekt durchgeführt, mit Exkursionen und Unterrichtsmaterial für Primarschulen.

Das Projekt "Freie Bahn für Igel, Eichhörnchen & Co." wurde Ende 2021 abgeschlossen. Jedoch können Sie auch in Zukunft mithelfen, die Stadt durchgängiger und wildtierfreundlicher zu gestalten!

Eine fehlende Zaunlatte ermöglicht Igeln einen Zugang in den Garten.
Resultate des Citizen Science Projekts

Die Auswertungen zeigten, dass auf einer Hektare Stadtfläche im Durchschnitt 0.7 Durchgänge zu finden sind, 230 m2 Kleinstrukturen wie Sträucher eine Versteckmöglichkeit bieten und Igel auf 352 m Barrieren wie Mauern oder Zäune stossen. Im Schnitt müssen Igel einen 1.3-mal, Eichhörnchen einen 1.25-mal längeren Weg in Kauf nehmen, um von A nach B zu gelangen, wobei Eichhörnchen etwa die Hälfte des Weges am Boden zurücklegen müssen. Besonders in Einfamilienhaus-Quartieren, wo oft jeder Garten mit einem Zaun abgegrenzt ist, und an Hanglagen mit Stützmauern gibt es viele Barrieren für Igel. In Quartieren mit grösseren Liegenschaften und Siedlungen mit Mehrfamilienhäusern gibt es weniger Zäune und Mauern als in Einfamilienhausgebieten, dafür sind die Aussenräume oft eintönig mit grossen, unstrukturierten Rasen- oder Wiesenflächen und wenigen Bäumen. Es fehlen Sträucher, Hecken, Rabatten mit dichten Staudenbepflanzung, Ast- und Laubhaufen und zusammenhängende Baumkorridore.

Lesen Sie mehr über die Ergebnisse des Citizen Science Projekts im Schlussbericht: 

Was kann jede*r tun?

Schaffen Sie auch weiterhin Durchgänge für Igel und andere kleine Wildtiere und melden Sie uns diese.

Denn Igel brauchen Durchgänge von rund 10 x 10 cm, um in einen Garten zu gelangen, und Stufen ab ca. 25 cm müssen mit einem Trittstein oder einer Rampe überwindbar gemacht werden. Ein insektenfreundlicher Garten wird mit genügend Versteckmöglichkeiten so zu einem gut zugänglichen Igellebensraum. Damit Igel in ihrem Streifgebiet von etwa 30 - 40 Hektaren freie Bahn haben, werden idealerweise die umliegenden Gärten ebenfalls verknüpft und gesichert.

Haben Sie einen Durchgang erstellt? Bestellen Sie bei uns eine Plakette, um diesen zu markieren und melden Sie den Durchgang. 

Einige Beispiele von Durchgängen finden Sie hier

In der Broschüre "Freie Bahn für Igel, Eichhörnchen & Co." finden Sie weitere Informationen zur Vernetzung von Lebensräumen für grosse und kleine Tiere. Die Broschüre richtet sich insbesondere an Verwaltungen und Liegenschaften-Facility Managements. 

Finanzierung

Das Projekt "Freie Bahn für Igel, Eichhörnchen & Co." wird von den nachfolgenden Organisationen unterstützt:

  • Trägerorganisationen der StadtWildTiere St.Gallen
  • Kanton St.Gallen, Amt für Natur, Jagd und Fischerei
  • Dr. Bertold Suhner-Stiftung
  • Straubenzeller Fonds der Ortsbürgergemeinde St.Gallen
  • Susanne und Martin Knechtli-Kradolfer-Stiftung
  • Hedy Hasler Fonds
  • E.Fritz und Yvonne Hoffmann-Stiftung
  • Monique Gallusser Lafont-Stiftung

Artporträt

Erinaceus sp.
Sciurus vulgaris